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musikstil
indie-klangräume

prägende einflüsse
mogwais intensität &
motorpsychos spiellust &
radioheads weltschmerz &
pink floyds weltverklärung

prägende ambivalenzen
melodie vs geräusch &
atmosphäre vs dynamik &
strukturzersetzung vs klangkonstruktion

 

 
booking
red-can-dance booking
tel.: +49.(0)178 858 63 59
kiesi@redcandance.de
www.redcandance.de

 

 
label
milchmann records
Tel: +49.(0)821/50 870 20
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band
c/o: roberto cruccolini
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die musik
Die meist melancholische Stimmung der Lieder spiegelt sich nicht nur im Wettstreit zwischen Melodie und Geräusch, sondern auch im Versuch der Songstrukturzersetzung und der Klangkonstruktion wieder. Solche Ambivalenzen und das Streben, diese im Spannungsfeld von Atmosphäre und Dynamik zu verorten, sind elementare Bestandteile des Konzepts von VERSTÄRKER: sie lassen die Musik atmen. Ziel ist es nicht, etablierten Konzepten von Arrangement und Harmonie in Form von Radio-Edits zu entsprechen, sondern der Musik Raum und Zeit zur De- und Rekonstruktion zu geben. Im Vordergrund steht der Klang, wie auch die Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen seiner Entfremdung.
Insbesondere auf der Bühne wird deutlich, was es heißt, wenn die Spielfreude von Motorpsycho auf die Intensität Mogwais trifft, und sich Radioheads Weltschmerz mit der Weltverklärung Pink Floyds vereint. Was das Ganze nun aber tatsächlich ist, und wie es klingt, muss man sich wohl trotz aller Worte auf dem Erstling "JAKU" anhören. Zu Jaku hat sich mittlerweile der Nachfolger "B-SEITEN" hinzugesellt, der im Juni 2005 auf Milchmann Records erschien. Der Gesang ist seltener geworden, die Lieder länger und intensiver. Seit Februar 2006 ist zudem eine Split -LP (!) inkl. CD mit "PETER CORETTO" auf Milchmann erschienen, Werksbezeichnung: "BANDENTREFFEN".

die texte

Die Texte sind, wenn nicht selbst kreiert, oftmals Annäherungen an lyrische Werke oder Prosa des Expressionismus oder des Beat, die atmosphärische Kontrapunkte setzen. Den Schwierigkeiten, sich selbst in verbaler Art & Weise angemessen zu äußern, wird somit Rechnung getragen (will sagen, dass wir bei der Musik ausschließlich Selbstkomponiertem vertrauen, bei den Texten jedoch mitunter auf Werke experimenteller Dichter zurückgreifen, die das Medium Sprache präziser auszuloten vermögen als wir). Dem Versuch, dies alles umzusetzen gilt das gesamte Streben von VERSTÄRKER.

die anfänge

Den Grundstein legten Roberto Cruccolini und Christian Günther im Frühjahr 97. Gemeinsam traten sie an, das Melodic-Rock-Imperium der 80er Jahre, das bereits auf dem Zahnfleisch ging, zu zerschlagen. Die Zauberformal war schnell gefunden: "Instant-FX-Music" (Jazz im Hirn - Punk im Herz). Schon damals war abzusehen, dass man experimentelle Wege gehen würde, was besonders live nicht zu überhören sein sollte. Auch Stefan Günther ließ es sich nicht nehmen, von Beginn an die beiden auf ihrer musikalischen Reise zu begleiten. Die Effektsucht steigerte sich exponentiell durch das Hinzutreten eines weiteren Noiseorgiasten namens Christian Bartl, manchmal schraubend an der Gitarre, manchmal tanzend auf den Beinen, meistens aber beides. Seitdem hat ein Effektwettrüsten unbekannten Ausmaßes innerhalb der Melodiefraktion begonnen, das nebst dem Potential des mehrfachen lärmtechnischen Overkills auch den finanziellen Ruin für einige Bandmitglieder mit sich brachte. Im Winter 2002 komplettierte Wolfgang Walter am Schlagwerk die Formation endgültig.
Im Herbst 2004 gelang es der Band schließlich, sich nach endlosem internen Gerangel umzubenennen. Seitdem firmiert man nicht mehr unter "diekleinenpropheten", sondern unter VERSTÄRKER.
Wiederum im Herbst, jedoch 2 Jahre später beschloß man, nurmehr zu viert weiterhin Musik zu machen und die angegrauten analogen Bassklänge durch synthetisierte zu ersetzen; wer weiß, wo das noch hingehen soll. Aber keine Angst: Die Gitarren bleiben - zumindest vorerst.
 
 
BANDINFO  

 
 
TECHNICAL RIDER  

 
 
PRESSEFOTOS (300dpi)
 
 
PRESSEECHO
  • "MÜNCHNER ACT DES JAHRES"
    gewinner des sprungbrettwettbewerbes 2004
    (feierwerk - münchen)

  • gewinner des
    "M 94.5 StuStaCulum-Bandwettbewerbs" 2002

  • Süddeutsche Zeitung
    "…live, wo sie ein so brillantes Inferno inszenieren, dass sie beim diesjährigen Sprungbrett-Wettbewerb [2004] die einzige Band waren, bei der die Juroren nur noch Höchstpunktzahlen vergaben."

  • Musikredaktion M 94,5
    "Verstärker eröffnet neue Dimensionen, und orientiert man sich einzig und allein an dieser Band, dann gibt es einen neuen Horizont für Musik aus Deutschland, eine neue Welt, die München dank des VERSTÄRKERS schon betreten hat."

    "Manche Songs brechen sich wie eine Welle, man hat das Gefühl, getragen zu werden, zeitweise unterzutauchen, Wasser zu atmen, und eine vollkommen neue Sichtweise für die Strukturen der Musik zu bekommen."

KOPF STATT BAUCH

Die "Kleinen Propheten" sind trotz ihres Namens eine der besten jungen Bands in München

Es ist nicht so, dass die Kleinen Propheten aus München mit aller Macht berühmt werden wollen. Der Bandname ist für eine Postrock-Noise-Band mit Anspruch schon mal eine Katastrophe - und ihr Informationsmaterial beginnt mit den Worten: "Die meist melancholische Stimmung der Lieder spiegelt sich nicht nur im Wettstreit zwischen Melodie und Geräusch, sondern auch im Versuch der Songstrukturzersetzung und der Klangkonstruktion wieder." Man kann sich lebhaft vorstellen, wie CD samt Beipackzettel bei Privatradios und Stadtmagazinen sofort in den Mülleimer wandert.

Andererseits ist es auch nicht unwahrscheinlich, dass bei Spex, Zündfunk und der einen oder anderen Tageszeitung interessiert weitergelesen wird und nebenbei die CD "B-Seiten" in den Player wandert. Wenn sie es erst einmal soweit geschafft haben, dann wachsen die Chancen der Kleinen Propheten immens an. Denn die Lieder halten, was die Selbstbeschreibung verspricht: Die kleinen Propheten experimentieren so gekonnt mit Melancholie und Lärm, wie es in München und Umgebung sonst nur Couch vermag. Die beiden Bands verbindet zudem der Ansatz, Musik eher über den Kopf als über den Bauch zu begreifen.

Robert Cruccolini, Songwriter und Gitarrist, beschreibt die Herangehensweise seiner Band so: "Die Lieder entstehen nicht dadurch, dass wir jammen. Es ist nicht wie bei einer Rockband. Wenn man Songs am PC konstruiert, entstehen automatisch ganz andere Strukturen. Die normalen Abläufe mit Intro, Refrain und Gitarrensolo funktionieren bei uns auch einfach nicht." Stattdessen laufen die Stücke auf den "B-Seiten" oft dahin, verschwimmen, finden sich dann über einen Loop zusammen, gewinnen eine faszinierende Dynamik - um dann wieder auseinander zu fließen. Oder ein wiederkehrendes Thema steigert sich in Lärmkaskaden, die plötzlich zerfallen. Das alles hört sich viel weniger experimentell an, als es sich liest. Die Kleinen Propheten haben viel mehr Gefühl für klassische Gitarrenpop-Melodien, als Cruccolini zugeben möchte. Es ist wohl dieser Gegensatz, der den größten Reiz der Band ausmacht. Mal abgesehen davon, dass sie auf ihrer CD wesentlich verhaltener klingen als live, wo sie ein so brillantes Inferno inszenieren, dass sie beim diesjährigen Sprungbrett-Wettbewerb die einzige Band waren, bei der die Juroren nur noch Höchstpunktzahlen vergaben.

Heute im Theatron treten die Kleinen Propheten allerdings als Vorgruppe von Jettison auf - was ungefähr so wenig angemessen wirkt wie Roberto Cruccolini, wenn er darüber sinniert, dass es schon schön wäre, "wenn wir wenigstens mal Geld für unsere Auftritte bekommen würden".

 

JÖRG SCHALLENBERG

Münchnen Kultur - Seite 38 - 12. August 2004